Sommersprossen im Februar

Von Sevilla aus ging es weiter nach Málaga, dem südlichsten Punkt der Reise. Das machte sich vor allem beim Wetter bemerkbar, denn während wir vorher teilweise noch im Mantel unterwegs waren, wurden wir dort mit Badewetter beglückt. Für den Strand nahmen wir ehrgeizige Sightseeing-Touris uns zwar keine Zeit, Sommersprossen und Sonnenbrand bekam ich aber trotzdem.

Abgesehen vom Wetter konnte mich Málaga nach all den vorherigen schönen Städten nicht mehr so sehr begeistern. Das lag wohl vor allem daran, dass ich mich auf mehr arabisch beeinflusste Architektur gefreut hatte, davon aber kaum etwas sah. Schön waren beispielsweise die maurische Festungsanlage Alcazaba und die Burganlage Gibralfaro trotzdem, vor allem wenn man sie im Sonnenuntergang oder nachts angestrahlt sieht. Beide Gebäude liegen auf einem Berg, sodass man zwar einen ziemlich mühsamen Weg nach oben auf sich nehmen muss, aber mit einem wunderbaren Blick auf die Stadt und vor allem auf den Hafen hat.

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Meine Lieblingsstadt

Meine Reise ist seit über einer Woche vorbei und nein, sie endete nicht in Córdoba, nur auf meinem Blog. Den führe ich jetzt also nachträglich noch für alle Interessierten zu Ende – allein schon, weil ich mit den schönen Aufnahmen der anderen Städte auch andere begeistern möchte. Und welche Station meiner Reise eignet sich dafür besser als Sevilla?! In diese Stadt habe ich mich sofort verliebt! Allerdings bin ich eventuell ein wenig durch die leckeren Tapas, die wahrscheinlich beste Trinkschokolade Spaniens, das Eis und die vielen Süßigkeiten beeinflusst, die wir dort vertilgten. Dank der Tipps unseres Couchsurfers aus Córdoba gingen wir in die Bars, die von außen nicht besonders einladend aussehen und in die sich daher kaum ein Tourist verirrt, in die wegen ihres guten Essens aber die Einheimischen kommen.

Neben dem Essen und dem Sonnenschein genoss ich die schöne, oft arabisch beeinflusste Architektur und die kleinen Gässchen, die es beispielsweise im alten Judenviertel zuhauf gibt. Wir wohnten direkt im Zentrum, in einem schönen, typisch andalusischen Haus mit Innenhof und Terrasse, von wo aus wir schnell ins Gassengewirr von Santa Cruz gehen konnten. Hier lebte früher der Adel, deshalb stehen heute viele schöne Gebäude in dem Viertel, zum Beispiel die Casa de Pilatos. Leider hatten wir durch unseren Reisealltag die Wochentage durcheinandergebracht und konnten nicht mehr hineingehen, aber nun ja, ich werde diese wunderschöne Stadt sicherlich noch einmal besuchen!

Bei der Rückeroberung der Stadt durch die Christen wurden – wie in anderen Städten – viele islamische Gebäude zerstört, wie die Moschee, an deren Stelle jetzt die Kathedrale steht. Die ist allerdings auch beeindruckend: Erstens ist sie zumindest von außen sehr schön und zweitens vor allem eins: riesig! Immerhin ist sie die größte gothische Kirche der Welt… Von ihrem Turm, der vom Minarett zum Glockenturm umfunktioniert wurde, hat man einen unbeschreiblichen Ausblick aus fast 100 Metern Höhe. Wirklich arabisch mutet noch der Real Alcázar an, der im 14. Jahrhundert im Mudéjar-Stil erbaut wurde, also von christlichen Mauren. Der Palast gehört definitiv zu einer meiner schönsten Erinnerungen an diese Reise! Auch ganz wunderbar war der Plaza Espana, vor allem als die untergehende Sonne seine Steine sanft leuchten ließ und sich der warme Schein im Wasser spiegelte.

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Im Säulenwald und Sommergarten

Mit Córdoba konnte ich vorher überhaupt nichts in Verbindung bringen, deshalb war die Überraschung sehr positiv. Zwar ist die Stadt klein, aber sehr schön und allein die Mezquita eine Reise wert. Sie wurde im 8. Jahrhundert als Mosche gebaut, später setzten die Christen einen riesigen, unpassenden Chorraum in die Mitte. Ich habe versucht, den Kontrast der beiden verschiedenen Architekturstile in den Fotos zu erfassen. Hoffentlich können sie euch einen Eindruck davon vermitteln, mit welchem Gefühl ich durch das Gebäude ging. In Erinnerung bleiben werden mir auch der Palacio Episcopal mit seinen sonnigen Gärten und die Judería, das alte Judenviertel, zwischen deren weiß getünchten Häusschen eine der wenigen alten Synagogen Spaniens steht.

Vor allem aber verbinde ich Córdoba ab jetzt mit unserem netten Couchsurfer, bei dem wir knapp drei Tage blieben. Er gab uns Tipps für die Stadt, er zeigte uns, wie man Guacamole zubereitet (was ja eigentlich auch ganz einfach ist, wenn man es erst einmal weiß), aß mit uns in der besten Tapasbar, in der ich bisher gewesen bin und  zu guter Letzt erkläre er uns noch, wohin wir auf jeden Fall in Sevilla gehen sollten, unserer nächste Station.

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Ausflug zum Märchenschloss

Für einen Tagesausflug fuhren Anna und ich mit der Bahn eine halbe Stunde in die kleine Stadt Segovia, deren wunderschöne Innenstadt absolut zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wäre sie nicht nur 55.000 Einwohner klein, wäre sie wirklich ein Ort zum Leben… Am besten natürlich in dem Märchenschloss, dem Alcázar.

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Wir reisen zu schnell…

…ich komme nicht zum Schreiben und außerdem bin ich viel zu erschlagen von den Eindrücken, um sie zusammen fassen zu können. Deshalb halte ich die Posts kurz und zeige euch vor allem Bilder, die sagen ja bekanntlich sowieso mehr als tausend Worte… Aber fangen wir mal ganz vorne an, in Madrid.

Natürlich sahen wir uns all die Touri-Ort wie den Plaza del Sol, die Gran Via, den Parque del Retiro, die Kathedrale, den Plaza Mayor und den Palacio Real an, aber die paar Tage reichten für diese tolle Stadt nicht. In den Prado muss ich beispielsweise unbedingt noch einmal gehen, wir schafften nicht mal ein Viertel des Museums. Für das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía hatten wir zwar mehr Zeit (zum Glück, denn das gefiel mir noch viel besser), aber auch davon sahen wir nur die Kollektion, also zwei von vier Stockwerken. Immerhin gehörten dazu beispielsweise viele interessante Werke Dalís und Picassos, wie das riesige “Guernica”. Zum Glück verbringe ich mit Sören zusammen noch einmal im März ein paar Tage in Madrid, es gibt noch viel zu sehen.

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Von Polonaisen, Surfen und Pelz-Omis

Die letzten Tage sind so schnell vergangen, dass ich gar keine Zeit hatte, etwas zu schreiben. Inzwischen bin ich schon fünf Tage unterwegs und vorher in Barcelona habe ich noch versucht meine imaginäre to-do-Liste abzuarbeiten. Ich war einen Tag lang in Girona, einer Stadt in Katalonien, die eine schöne Altstadt, aber dafür viel niedrigere Temperaturen als die Städte an der Küste hat. In Barcelona sah ich mir noch eine Ausstellung im CCCB an, in der Videos gezeigt wurden, die sich befreundete Künstler als Briefe sendeten. Die Aufnahmen waren alle komplett unterschiedlich, reichten vom Vorlesen eines Briefes inmitten eines Waldes bis zu einem Schäfer, der sich das vorhergegangene Video auf einem iPod ansieht.

Außerdem war ich noch im Museu d’Història de Catalunya und danach spontan shoppen, obwohl ich mich bis dahin dem allgemeinen Rabatt-Wahn (!Rabajas! !Rabajas!) erfolgreich entzogen hatte. Es gibt hier aber wirklich ein paar schöne Läden, die mich immer wieder zum Einkaufen verführen, vor allem, weil wir sie in Deutschland nicht haben. Ganz abgesehen von all den kleinen Boutiquen und Boutiquchen…

Mit zwei Freundinnen war ich schließlich noch im wundervollen Parc del Laberint, einer Oase der Ruhe in der Stadt, vor allem zu dieser Zeit erstaunlich ruhig und frei von Touristen (uns nicht mitgezählt). Zwar gibt es ein Schlösschen, Brunnen und alles mögliche Hübsche, aber mindestens genauso sehr gefiel mir die Stille, der ich mich so entwöhnt habe, dass sie in meinen Ohren fast schmerzte.

Anna kam in der Nacht zum Freitag in Barcelona an und nach meiner letzten Spanischstunde am Freitag genehmigten wir uns ein sehr ausgiebiges Menü in meiner Lieblingsgaststätte “organic”. Dort waren wir mit den vier Gängen von um zwei bis halb fünf beschäftigt und nach einem Spaziergang durch die Altstadt im Picasso-Museum. Zwar sieht man keine großen Werke, kann aber dafür die Entwicklung des Künstlers nachvollziehen. Das Museum ist daher der perfekte Ort, um Kunstbanausen zu beweisen, dass eben nicht “jeder sowas malen kann”, sondern dazu eine Menge Talent und jahrelange Übung gehört. Trotzdem kann ich persönlich mit den Werken nach der kubistischen Phase nicht mehr viel anfangen, aber über Geschmack lässt sich eben bekanntlich streiten und über Kunst sowieso.

Über noch mehr Kultur sind wir zufällig auf dem Heimweg gestolpert, nämlich das “LlumBCN – Barcelona Festival of Light”. Ich bin immer noch ganz begeistert, wenn ich daran denke! Es war einfach verrückt, herrlich barcelonesisch, laut und bunt: Eine Lichtershow in der ganzen Altstadt, mit leuchtenden, übergroßen, marshmallowartig aufgeblasenen Figuren in den kleinen Gassen, tanzenden Passanten vor der Kathedrale (klar gehörten wir dazu) und einer Projektion aufs Rathaus, die es einstürzen ließ, aus Lego nachbaute, Tetris darauf spielte… Spätestens als wir alle in einer langen Polonaise über den Platz vor der Kathedrale liefen, konnte ich die Frage verdrängen, woher Barcelona für sowas mitten in der Krise noch Geld hat.

Später in der Nacht ging es zum letzten Mal mit meinen Erasmus-Freunden in unsere Stammbar… Schön war’s! Ich kann es noch gar nicht ganz fassen, jetzt nicht mehr in Barcelona zu wohnen, aber ich bin mir sicher, dass ich wiederkomme. Selbst nach einem Semester gibt es noch vieles, was ich nicht geschafft habe und noch gerne sehen möchte, beispielsweise Montserrat, den Palau Musica Catalana von innen, Sitges, das Museu del Modernisme, das MNAC und den Tribidabo. Außerdem ist die Stadt so vielfältig, dass man sicher nach Jahrzehnten dort noch viel Überraschendes und Neues findet.

So, nun aber zur Reise, die gar nicht so gut begann: Den ersten Bus nach Zaragoza verpassten wir, der zweite war voll und in der Stadt angekommen, fanden wir das B&B ewig nicht. Dafür war unsere Unterkunft dann wirklich schön und die Besitzerin wirklich nett. Wir wurden gleich mit leckerem Kaffee und Keksen eingedeckt und damit sogar darüber hinweggetröstet, für Zaragoza keine Unterkunft über Couchsurfing gefunden zu haben. Von der im Dunklen angestrahlten Altstadt war ich ganz überwältigt, allein die sich im Ebro spiegelnde Basílica del Pilar war die Reise wert.

Am nächsten Tag sahen wir uns die Innenstadt noch einmal genauer an, die mir trotz eisigen Windes sehr gut in Erinnerung bleiben wird. Genauso unvergesslich bleibt das Phänomen der Pelz-Omis, die vermehrt in Zaragoza aufzutreten scheinen. Nachmittags folgte mein nach der Basilika zweites Highlight der Stadt, der einst islamische Palast Aljafería. Seit seines Baus im neunten Jahrhundert wurde er immer wieder umgebaut, daher kann man auch heute noch die Geschichte gut an ihm ablesen. Nach der Reconquista, der Rückeroberung der Stadt, wurde er christlich umgestaltet und später zur Festung erweitert. Beim Betreten der Säulenhalle mit ihrer filigranen arabischen Architektur kam ich mir vor wie in 1001 Nacht, dagegen protzt der Thronsaal der Katholischen Könige mit einer überladenen goldenen Decke, während man von außen nur die Fassade einer Zitadelle sieht.

Am nächsten Morgen waren wir schnell noch in der Lonja, in die wir wegen der Fotos, die wir vorher gesehen hatten, unbedingt gehen wollten. Leider hatten wir viel zu wenig Zeit, uns die Fotoausstellung von Francesc Català-Roca genauer anzusehen und waren auch so schon viel zu später dran. Den Bus nach Bilbao erreichten wir nur rennend und zwar genau in dem Moment, als der Fahrer einsteigen wollte. Nach der Ankunft im verregneten Norden holte uns einer unser beiden Gastgeber ab, die wir über Couchsurfing gefunden hatten. Wir hatten das beide erstmals ausprobiert und wirklich Glück, das Pärchen, bei dem wir für die zwei Tage waren, ist unglaublich nett und nahm sich sehr viel Zeit für uns.

Ins Guggenheim-Museum gingen Anna und ich zwar alleine, aber danach aßen wir alle zusammen (samt Hund) in der Altstadt. Morgens trafen wir zum Frühstücken in einer Bar Freunde unserer Gastgeberin Itzi und aßen zwar typisch spanisch wenig, aber ebenso typisch spanisch herrlich ungesund: Milchkaffee, Kuchen und ein “Bollo de mantequilla”, der aus einem nach Pfannkuchen schmeckendem Teig und süßer Butter besteht.

Danach zeigte uns Itzi die wunderschöne Altstadt und ich fragte mich beim Anblick jeden zweites Hauses, warum mein Reiseführer die Stadt nicht als viel sehenswerter eingestuft hat – ich jedenfalls habe mich sofort in die Stadt verliebt. Nur mit dem ständigen Regen kann ich mich nicht anfreunden, allerdings ist er mit Schuhen ohne Löcher in der Sohle vielleicht erträglicher.

Inzwischen sind wir in Madrid und haben uns heute auch schon einiges angesehen, aber davon schreibe ich beim nächsten Mal, wenn ich die Zeit dazu finde. So viel schon mal: Ich bin begeistert von der Stadt!

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Gotik, Science & Crime in Valencia

Beim Bearbeiten der Fotos aus Valencia war ich eben ein zweites Mal ganz begeistert von der schönen Stadt, in der ich übers Wochenende war. Dabei hat sie mich alles andere als herzlich aufgenommen: Ich wurde mit Kälte, Regen und einem Polizisten begrüßt. Letzteren bei der Spurensuche zu beobachten war allerdings sehr spannend, auch wenn der Anlass weniger schön war. Kurz zuvor wurde nämlich in die Wohnung, in der ich übernachtete, eingebrochen und eine der Mitbewohnerinnen beklaut.

Die miese Begrüßung verzieh ich Valencia aber schon am Samstag, als ich durch die Altstadt ging, die trotz grauen Nieselwetters bezaubernd aussah. Am nächsten Tag hatte ich bei der Touri-Busfahrt mehr Glück und konnte mir alles im Sonnenschein ansehen. Dabei hat mich vor allem die “Stadt der Künste und der Wissenschaften” fasziniert, in der ich mich wie ein unfreiwilliger Statist in einem Science-Fiction-Film fühlte. Leider schaffte ich es zeitlich nicht mehr in das Wissenschaftsmuseum, das wirklich sehr spannend aussah. Aber das ist definitiv ein Grund mehr, Valencia später noch einmal einen ausführlicheren Besuch abzustatten. Bestenfalls schaffe ich es einmal während der Fallas, des größten Festes der Stadt, bei dem unter anderem die berühmten riesigen Figuren aus Holz und Pappmaché verbrannt werden.

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